20. Jahrhundert

Announcement Date: 1. Januar 1900

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  • 1902 oder 1903 Kurt von Heimburg und seine Frau Helene geb. Freiin von Stumm werden Besitzer der teilweise abgebrannten Rammelburg1
  • 1903 bis 1904 Wiederaufbau des Schlosses im Renaissance-Stil durch neuen Eigentümer Kurt von Heimburg2 3
  • 1937 Verkauf durch die Erben von Helene von Stumm an den Fürsten von Thurn und Taxis.
  • 1941 bis 1945 Schloss an die Deutsche Reichsregierung (vermutlich) verkauft. Übergabe des Schlosses vom Deutschen Reich an den Nationalsozialistischen Kriegsopferversorgungs e.V., der das Schloss als Erholungsheim nutzte für kriegsbeschädigte Frontkämpfer und Kriegshinterbliebene, die jeweils zwei bis drei Wochen Aufenthalt auf dem Schloss bekamen. So verweilten z. B. Anfang August 1941 hier 60 Kriegswitwen.
  • 1945 Enteignung des Fürsten von Thurn und Taxis durch Bodenreform der sowjetischen Besatzungsmacht; Umsiedler wohnen auf der Rammelburg4
  • 1946 Besatzungsmacht nutzt Schloss vollständig als Getreidespeicher5
  • 1947 bis 1949 laut Grundriss von 1947: Lehrlingswohnheim und Meisterschule der Handwerkskammern des Landes Sachsen-Anhalt
  • 1949 bis 1969 die Sozialversicherungsanstalt Sachsen-Anhalt übernahm die Rammelburg und der Rat des Kreises Hettstedt richtete eine Tuberkulose-Heilstätte ein 6
  • 1969 bis 1995 Rehabilitationszentrum für Jugendliche mit psychischen und physischen Beeinträchtigungen des Bezirks Halle; ab 1990 als Reha-Klinik Rammelburg bezeichnet.
  • Dezember 1995 Auszug aus Rammelburg und Umzug der Klinik nach Wippra.
  • 1995 Witosa-Holding Berlin-Hettstedt wollen aus Schloss exklusives Hotel machen; das Sozialministerium Sachsen-Anhalt holt Antiquitäten aus der Rammelburg ab (Altarfiguren sowie Möbel), da sie Eigentum des Landes seien, um sie zu restaurieren 7
  • 1996 Thurn und Taxis schreiten gerichtlich gegen den Verkauf des Schlosses ein. Mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 23.04.1991 wurde der Rückerwerb von Grundbesitz, der im Zuge der Bodenreform enteignet wurde, wieder ermöglicht. Daraufhin bemühte sich nach dem Tod des Fürsten von Thurn und Taxis die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis um eine Rückübertragung des Schlosses und andere 1945 enteignete Besitzungen ein8 Durch den gerichtlich eingereichten Rückübertragungsantrag von Thurn und Taxis kam es auf der Rammelburg zum Sanierungsverbot.9
  • 1997 Rücknahmeantrag von Thurn und Taxis durch Resititionsverfahren gerichtlich abgewiesen.10 Schäden durch Frost; es regnet durchs Dach, Fensterscheiben wurden eingeworfen.11 Geschätzter Sanierungsbedarf von 30 bis 40 Millionen Mark (lt. CDU-Landtagsabgeordneter Petra Wernicke in.12) Witosa-Holding Berlin-Hettstedt zieht Angebot, Rammelburg zu kaufen, zurück.
  • 1998 Bauarbeiten beginnen am Schloss durch Land Sachsen-Anhalt. Dächer des West- und Nordwest-Flügels und Südturms mit Schiefern eingedeckt, teilweise Schimmel- und Hausschwamm-Sanierung, Reparatur von Parkettboden.13
  • 1999 Versteigerung an Berliner Kunsthändler, geplante Einrichtung von einer Galerie und Nutzung für Konzerte.14 Berliner Kunsthändler tritt angeblich wegen eines Wasserschadens vom Kauf zurück, da durch das Nichtabstellen des Wassers im Winter Rohre platzten. Das Land Sachsen-Anhalt nahm die Rammelburg zurück. Mansfelder Heimatverein lädt zur Burgbesichtigung ein.15

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Quellennachweis

Zeige die 15 Quellennachweise

  1. Hermann Schotte: Rammelburger Chronik. Otto Hendel-Verlag, Halle a. S. 1906. S.30.
  2. Hermann Heidenreich: Rammelburg In: Pädagogisches Kreiskabinett Hettstedt (Hg.): Graue Halden und grüne Berge: Beiträge zur Heimatkunde des Kreises Hettstedt. Heft 5. Hettstedt 1965. S. 156-159. S.157f
  3. Hermann Schotte: Rammelburger Chronik. Otto Hendel-Verlag, Halle a. S. 1906. S.120.
  4. Zemlin, Burkhard: Märchenhaftes Schloss, das auf Nutzung wartet. Exkursion des Mansfelder Heimatvereins – Führung durch verlassene Räume. In: Mitteldeutsche Zeitung, 21. Oktober 1999.
  5. Archiv der Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege und Archeologie Sachsen-Anhalt
  6. Hermann Heidenreich: Rammelburg In: Pädagogisches Kreiskabinett Hettstedt (Hg.): Graue Halden und grüne Berge: Beiträge zur Heimatkunde des Kreises Hettstedt. Heft 5. Hettstedt 1965. S. 156-159.
  7. Mitteldeutsche Zeitung: Möbel und Altarfiguren von Beauftragten abgeholt. Gegenwärtige Gespräche mit künftigen Schloß-Betreiber. In: Mitteldeutsche Zeitung, 18. März 1995.
  8. Handelsblatt: Seine Durchlaucht richtet die Blicke nun wieder staerker nach Osten. In: Handelsblatt, 14. Februar 1990.
  9. Mitteldeutsche Zeitung: Fürstenfamilie versteht sich als Schloß-Besitzer. Kauf und Hotelausbau durch die Witosa verzögern sich. In: Mitteldeutsche Zeitung, 24. Dezember 1995.
  10. Mitteldeutsche Zeitung: Scheichs sprachen nicht vor. Wechsel von einem Landesministerium ins andere – Witosa-Holding möchte Hotel bauen. In: Mitteldeutsche Zeitung, 1. Juli 1997.
  11. Jochen Miche: Wohnungen und Ateliers in der Idylle. Bezirksregierung läßt Immobilie sichern – Bewachungskonzeption mit Polizei – Verkauf denkbar. In: Mitteldeutsche Zeitung, 12. Dezember 1997.
  12. Mitteldeutsche Zeitung: Scheichs sprachen nicht vor. Wechsel von einem Landesministerium ins andere – Witosa-Holding möchte Hotel bauen. In: Mitteldeutsche Zeitung, 1. Juli 1997.
  13. Watzek, Angelika: Auf den Spuren der Vorfahren wandeln. Nachkommen einstiger Rammelburg-Besitzer zu Gast im Mansfeldischen. In: Mitteldeutsche Zeitung, 22. Mai 1999.
  14. Zemlin, Burkhard: Märchenhaftes Schloss, das auf Nutzung wartet. Exkursion des Mansfelder Heimatvereins – Führung durch verlassene Räume. In: Mitteldeutsche Zeitung, 21. Oktober 1999.
  15. Zemlin, Burkhard: Märchenhaftes Schloss, das auf Nutzung wartet. Exkursion des Mansfelder Heimatvereins – Führung durch verlassene Räume. In: Mitteldeutsche Zeitung, 21. Oktober 1999.